Was bringt ein Zip-Screen? Windschutz, Sonnenschutz und Grenzen
Ein Zip-Screen ist ein Gewebe, das seitlich in einer Schiene geführt wird und deshalb bei Wind nicht flattert. Er hält Sonne, Wind und Insekten ab, ohne den Bereich zu schließen — und ersetzt keine Verglasung.
Wie ein Zip-Screen funktioniert
Am Rand des Gewebes ist ein Reißverschlussprofil eingenäht, das in einer seitlichen Führungsschiene läuft. Dadurch bleibt das Gewebe unter Zug und flattert bei Wind nicht wie ein herkömmlicher Rollo. Diese Führung macht Windbeständigkeit bis 60-80 km/h möglich.
Ein Screen ohne seitliche Führung schlägt bei mäßigem Wind gegen die Konstruktion und verschleißt schnell. Die Zip-Technik löst genau dieses Problem und ist der Grund, weshalb das System an windexponierten Küstenlagen einsetzbar ist.
Gewebeauswahl und Öffnungsfaktor
Der Öffnungsfaktor gibt an, wie viel Prozent der Gewebefläche offen ist. Ein Gewebe mit 1 Prozent verdunkelt stark und blockiert die Sicht fast vollständig; 5 bis 10 Prozent lassen Aussicht und Luft durch, schützen aber weniger vor Blendung.
Bei Meerblick ist ein Gewebe mit 1 Prozent Öffnung meist die falsche Wahl: Es schützt zwar hervorragend vor Sonne, nimmt aber genau den Grund, weshalb der Bereich gebaut wurde. Wir empfehlen, Ausrichtung und Sichtbezug gemeinsam zu bewerten.
| Öffnungsfaktor | Sicht nach außen | Sonnenschutz | Typischer Einsatz |
|---|---|---|---|
| 1 % | Nahezu keine | Sehr hoch | Privatsphäre, Projektion |
| 3 % | Begrenzt | Hoch | Nach Süden ausgerichtete Terrassen |
| 5 % | Gut | Mittel | Allgemeiner Gebrauch |
| 10 % | Sehr gut | Gering | Meerblick, Aussichtslagen |
Windbeständigkeit und ihre Grenzen
Ein Zip-Screen hält je nach Gewebe und Breite Wind zwischen 60 und 80 km/h stand. Darüber sollte er eingefahren werden. Motorisierte Anlagen können das mit einem Windsensor automatisch tun, was bei unbeaufsichtigten Ferienhäusern besonders sinnvoll ist.
Die Windbeständigkeit sinkt mit wachsender Breite. Eine 6 Meter breite Fläche wird deshalb besser in zwei Felder geteilt als mit einem einzigen Screen ausgeführt — auch die Reparatur ist so günstiger, weil nur ein Feld getauscht werden muss.
Was ein Zip-Screen nicht leistet
Ein Zip-Screen ist kein Glassystem. Er hält Wind und Sprühregen ab, dichtet aber nicht vollständig und dämmt nicht. Bei starkem Schlagregen dringt Wasser durch das Gewebe. Wer den Bereich im Winter geschlossen nutzen will, braucht eine Verglasung.
- Keine Wärmedämmung — die Temperatur bleibt nahe außen
- Kein vollständiger Regenschutz bei Schlagregen
- Keine Schalldämmung
- Ersetzt keine Verglasung, ergänzt sie
Kombination mit anderen Systemen
Am häufigsten wird ein Zip-Screen an den Seiten einer bioklimatischen Pergola eingesetzt: Die Lamellen übernehmen das Dach, die Screens die Seiten. Das ist die wirtschaftlichste Lösung, um eine Terrasse gegen Wind und Nachmittagssonne nutzbar zu machen.
Mit bioklimatischer Pergola
Die Screens laufen in Schienen, die in die Pergolapfosten integriert werden. Weil die Führungsschiene bereits Teil des Pfostenprofils ist, bleibt das Erscheinungsbild ruhig und es entstehen keine zusätzlichen Aufbauten.
Mit Glassystemen
Auf derselben Seite lassen sich Screen und Verglasung übereinander anordnen: Glas hält Regen und Kälte ab, der Screen die Sonne. Diese Kombination ist bei nach Westen ausgerichteten Bereichen mit starker Nachmittagssonne verbreitet.
Als eigenständige Anlage
An einer bestehenden Fassade oder unter einem Balkon kann ein Zip-Screen auch allein montiert werden. Voraussetzung ist ein tragfähiger Befestigungspunkt für Kassette und Führungsschienen.
Motorisierung und Steuerung
Bis etwa 3 Meter Breite ist ein Kurbelantrieb möglich, darüber empfehlen wir einen Motor. Ein Rohrmotor mit 230 V wird per Funkfernbedienung, Wandschalter oder über eine Smart-Home-Anbindung gesteuert.
- Windsensor: fährt den Screen bei Überschreiten der Grenze ein
- Sonnensensor: fährt bei Sonneneinstrahlung automatisch aus
- Zeitschaltung: feste Zeiten für Aus- und Einfahren
- Manuelle Notentriegelung: Bedienung bei Stromausfall
Pflege und Lebensdauer
Das Gewebe ist PVC-beschichtetes Polyester und wird mit lauwarmem Wasser und milder Seife gereinigt. Chlor- oder lösemittelhaltige Reiniger greifen die Beschichtung an. Die Führungsschienen sollten frei von Staub und Sand bleiben.
Ein regelmäßig gepflegter Screen hält 8 bis 12 Jahre. In Küstennähe verkürzt Salzniederschlag diese Zeit; hier empfehlen wir eine Spülung mit Süßwasser zweimal jährlich. Das Gewebe kann später einzeln getauscht werden, ohne Kassette und Schienen zu erneuern.
Fazit
Ein Zip-Screen ist die wirtschaftlichste Lösung, um eine überdachte Fläche gegen Wind, Sonne und Insekten nutzbar zu machen. Er ersetzt keine Verglasung, macht aber eine bestehende Überdachung an deutlich mehr Tagen im Jahr benutzbar.
Beim Aufmaß messen wir Hauptwindrichtung, Sonnenverlauf und Sichtbezug und empfehlen Öffnungsfaktor und Farbe danach. Diese Auswahl bestimmt die Zufriedenheit stärker als jede andere Entscheidung am Screen.